Lost Places – Fotografie

Jagd- und Forsthaus Kissel

1. Einleitung

Unterhalb des hohen Kissel, inmitten des Staatswaldes des Forstamtes Bad Salzungen, befindet sich das ehemalige Jagd- und Forsthaus von Herzog Georg II von Sachsen-Meiningen.

1868 im Schweizerstil erbaut ist es heute noch weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten. Viele Jahre war das Jagdhaus ein „Lost Place“ und dem Verfall preisgegeben.

Seit 2020 wird das Haus vom ThüringenForst baulich gesichert und behutsam saniert.

2. Fotoaufnahmen nur mit Genehmigung

Verlassende Orte und „Lost Places“ ziehen viele Fotografen magisch an. Beachtet aber, dass viele „Lost Places“ ohne Erlaubnis nicht betreten werden dürfen.

Im Jagdhaus Kissel durfte ich nur mit Genehmigung des ThüringenForst fotografieren und die ortsansässige Försterin begleitet mich vor Ort.

Die Zusammenarbeit mit der Architekturfotografin Antje Neßler war aus Sicht der ThüringenForst-AöR als Auftraggeber ausgesprochen positiv.

Briefing, kreative Motivauswahl am Objekt, Bildbearbeitung, Retusche wie auch das finale Fotomaterial wurden termingerecht und von herausragender Qualität geleistet.

War anfänglich nur ein umfangreicher Bildband als Printprodukt angedacht, ermöglichte das hervorragende Fotomaterial eine Zweitverwendung als DIN A2-Kalender.

Wir können Frau Neßler unbedingt weiterempfehlen, wenn es um Architekturfotografie der Spitzenklasse geht.

Dr. Horst Sproßmann, Pressesprecher der ThüringenForst-AöR

3. Den Charme des Vergangenen fotografieren

Über eine schmale Straße mitten durch den Wald erreichte ich nach etwa vier Kilometern das Forsthaus. Auf einer Anhöhe gelegen offenbarte sich mir schon von außen der Charme des alten Hauses.

Begleitet vom Knarren der alten Türen betrat ich das Gebäude und spürte, dass ich in eine Welt eintrat, die viele Jahre in Vergessenheit geraten war. Wie bei den meisten „Lost Places“ gab es im gesamten Haus keinen Stromanschluss und kaum natürliches Licht, weil viele Fenster mit schweren Holzplatten verdunkelt waren. Die Räume wirkten dadurch sehr düster, was durch die dunklen Holzdecken noch verstärkt wurde.

Mit der Taschenlampe in der Hand begab ich mich auf einen Rundgang durch das alte Haus. Ich genoss die Stille und die Faszination dieses Ortes und nahm jedes noch so kleine Detail auf.

Ich bewunderte die alten Kamine und handgeschnitzten Türrahmen, stieg über wunderschöne Treppenaufgänge ins obere Stockwerk und spürte in jedem Raum die besondere Stimmung und die Vergangenheit des Jagdhauses.

4. „Licht“ ins Dunkle bringen - Fotoausrüstung

Aufgrund der schwierigen Lichtverhältnisse war mein wichtigstes Utensil ein stabiles Stativ. So konnte ich die Belichtungszeiten verlängern und „Licht“ ins Dunkle bringen.

Zudem setzte ich bei diesem Projekt ausnahmsweise mein „available Light“ ein. Einen Blitz, der von der Kamera abgekoppelt wird. So konnte ich die wunderschönen dunklen Holzdecken besser zur Geltung bringen. Mit einigen zusätzlichen Lichtquellen leuchtete ich besonders dunkle Ecken aus.  Um die kompletten Räume mit den alten Böden und den Decken abzubilden, fotografierte ich mit einem 17mm Weitwinkelobjektiv. Dadurch war es möglich, mehr vom Raum einzufangen und das Gefühl der Leere in dem verlassenen Gebäude noch zu verstärken.

Bewusst entschied ich mich, die Details mit einem lichtstarken 50mm Objektiv zu fotografieren. Das Spiel mit der Schärfe und Unschärfe lenkt den Blick auf das Wesentliche in diesen Motiven.

5. Meine Empfehlung - Ausrüstung für „Lost Places“

  • Kamera – möglichst im RAW Modus fotografieren

  • Stativ, Weitwinkelobjektiv und lichtstarke Objektive

  • Volle Akkus (Langzeitbelichtungen fordern die Akkus)

  • Schnelle Speicherkarten (helfen beim Bearbeiten der Langzeitbelichtungen)

  • Taschenlampe

  • Festes Schuhwerk (Glas, Nägel)

  • Bauhelm (falls notwendig)

Fazit:

Im historischen Jagdhaus erkundete ich mit meiner Kamera einen Ort, der viele Jahre nicht bewohnt war. Das war eine einzigartige und lohnende Erfahrung. Fotoaufnahmen in verlassenen Orten und dunklen Räumen erfordern eine spezielle Technik und Ausrüstung. Ich nahm ich mir viel Zeit und nutzte mein Wissen und meine langjährigen Erfahrungen als Architekturfotografin, um die verfallene Schönheit mit besonderen Aufnahmen zu dokumentieren.

Besonders freut es mich, dass die entstandenen Aufnahmen im Bildband „Historische Forstliegenschaften“ vom ThüringenForst veröffentlicht werden. Ebenfalls wird ein Jahreskalender erscheinen.

Antje Nessler – Architekturfotografie

Überzeugt von meiner Arbeit? Dann einfach Anrufen 0176 619 411 70 oder den blauen Button drücken.

Kostenloser Beratungstermin